Erinnern für die Zukunft: Zweitzeugin zu Besuch am evdp

Politik-Lehrerin Regine Stelte mit einigen Schüler*innen der Höheren Berufsfachschule und Zweitzeugin Katharina Müller-Spirawski
Einen eindrucksvollen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus erhielten die Schüler*innen der Unterstufe der Höheren Berufsfachschule beim Besuch der Zweitzeugin Katharina Müller-Spirawski. In ihrem Vortrag berichtete sie vom bewegenden Leben der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries und machte deren Geschichte für die Zuhörenden lebendig und greifbar.
Das Konzept der Zweitzeugen verfolgt ein besonderes Ziel: Da immer weniger Zeitzeug*innen aus erster Hand berichten können, geben geschulte Zweitzeug*innen deren Erinnerungen weiter. Sie tragen die persönlichen Geschichten weiter, bewahren sie vor dem Vergessen und ermöglichen auch kommenden Generationen eine emotionale Auseinandersetzung mit der NS-Zeit.
Erna de Vries, die Auschwitz überlebte, setzte sich zeitlebens dafür ein, ihre Erfahrungen zu teilen und junge Menschen für die Gefahren von Ausgrenzung, Hass und Rassismus zu sensibilisieren. Ihre Geschichte steht exemplarisch für das Leid vieler Menschen während der nationalsozialistischen Diktatur – und für die Bedeutung von Erinnerungskultur.
Die Schüler*innen zeigten sich tief beeindruckt und nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen. Dabei entstand ein intensiver Austausch, der deutlich machte, wie relevant das Thema auch heute noch ist. „Es ist uns ein großes Anliegen, Geschichte nicht nur im Lehrbuch zu behandeln, sondern persönliche Schicksale erfahrbar zu machen“, betonte
Politiklehrerin Regine Stelte, die den Besuch organisiert hatte. „Die Begegnung mit Zweitzeug*innen eröffnet einen ganz anderen Zugang zur Vergangenheit.“ Fachabiturientin Lea berichtet: „Mich hat besonders berührt, wie viel Kraft Erna de Vries hatte, trotz allem weiterzuleben und ihre Geschichte zu erzählen. Das werde ich nicht vergessen.“
Der Besuch unterstreicht die wichtige Rolle des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskollegs als Schule mit Courage – Schule gegen Rassismus. Die aktive Auseinandersetzung mit der NS-Zeit bleibt ein zentraler Baustein, um demokratische Werte zu stärken und ein respektvolles Miteinander zu fördern.

