Spuren der Vergangenheit entdecken: Besuch im Zellentrakt
Wie wird Geschichte lebendig? Diese Frage können die Schüler*innen der Unterstufe Kinderpflege nach einem Besuch der Gedenkstätte Zellentrakt in Herford jetzt beantworten. Bei der Führung durch die Ausstellung „Herford gehörte dem Führer“ nahm sich Gisela Küster viel Zeit, die Jugendlichen mit lebensnahen Geschichten und Bezügen zu ihrer eigenen Lebenswelt abzuholen.

Die originalgetreue Ausstattung ergänzt durch Schicksale von Menschen aus Herford beeindruckte die Schüler*innen.
Besonders eindrücklich war die Geschichte einer schwangeren Zwangsarbeiterin aus der Ukraine. Als Iuliia die kyrillischen Einritzungen im Türrahmen einer ehemaligen Zelle entziffern konnte, wurden die Spuren eines einzelnen Menschen aus der Vergangenheit plötzlich ganz unmittelbar. Diese persönlichen Lebenszeichen beeindruckten die Schülerinnen und Schüler besonders. Auch die originalgetreu ausgestatteten Zellen mit Stockbetten und Toiletteneimern machten deutlich, dass hinter historischen Ereignissen immer konkrete menschliche Schicksale stehen.
Für die angehenden Kinderpfleger*innen bot der Besuch zugleich wichtige Anknüpfungspunkte für ihren späteren Beruf: Erziehung bedeutet auch, Kinder zu stärken, Menschenwürde zu achten, Ausgrenzung entgegenzutreten und demokratische Werte weiterzugeben.



